Voice-Ordering: IBM und McDonald’s arbeiten zusammen

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Voice-ordering im McDonald's Drive
Bild von Joshua Lott, Bloomberg

IBM übernimmt McD Tech Labs

McDonald’s arbeitet mit IBM zusammen, um die Voice-Ordering (Bestellung über eine Spacherkennungs-Software mit Hilfe künstlicher Intelligenz) Technologie weiter auszubauen. 
Der Tech-Gigant IBM wird McDonald’s unterstützen, die KI gestützte Innovation in großem Maßstab in Restaurants zu bringen.

Die Voice-Ordering Technologie wurde durch McDonald’s dieses Jahr – mit sehr positiven Ergebnissen – in mehreren Restaurants in den USA getestet.

McDonald’s hat bekannt gegeben, dass es sich an IBM gewendet hat, um das Wachstum seiner sehr vielversprechenden Voice-Ordering, oder Sprachbestellungs-Technologie zu beschleunigen.

Im Rahmen der getroffenen Vereinbarung wird IBM das Unternehmen die McD (Abkürzung für McDonald’s) Tech Labs übernehmen. Die McD Tech Labs wurden nach der Übernahme von Apprente (einem führenden Anbieter von KI gestützter Sprache-Erkennung und -Konversation), durch die Burgerkette, im Jahr 2019 gegründet.

Chris Kempczinski, CEO von McDonald’s, sagte, dass die Expertise von IBM bei der Entwicklung von Lösungen mit künstlicher Intelligenz und natürlicher Sprachverarbeitung, die Entwicklung und Skalierung der automatisierten Voice-Ordering Technologie vorantreiben wird. Für IBM hingegen ist der Kauf eine Ergänzung zur bestehenden Arbeit mit Watson, einem KI-gestützten System, das von Unternehmen in den Bereichen Finanzen, Gesundheitswesen, Telekommunikation und Einzelhandel eingesetzt wird.

„Der Grund, warum wir dies mit IBM tun, ist, dass wir jemanden haben wollen, der die Lösung, die wir bisher entwickelt haben, zu Ende bringen kann und uns dann dabei hilft, sie in großem Maßstab einzusetzen“, sagte CFO Kevin Ozan während der Pressekonferenz der Ergebnisse der Kette für das  dritte Quartal 2021. „Wir werden ihr Fachwissen im Bereich KI und alles, was sie von Watson usw. gelernt haben, nutzen“.

Der Schritt kommt etwa fünf Monate, nachdem Kempczinski auf der Strategic-Konferenz von Alliance Bernstein angekündigt hatte, dass McDonald’s in 10 Restaurants in der Heimatstadt der Kette (Chicago), Voice-Ordering Lösungen testet.

Die eingesetzte Voice-Ordering Technologie führte zu einer 85-prozentigen Genauigkeit in der Sprachanalyse. Die Mitarbeiter mussten nur in etwa 20 Prozent der Fälle eingreifen, oder Bestellungen korrigieren. Im Gespräch gabe Kempczinski aber zu bedenken, dass es nicht geplant sei Voice-Ordering in absehbarer Zeit landesweit ein zu führen und betonte, dass der Prozess noch einige Jahre in Anspruch nehmen wird.

Voice-Ordering selber entwickeln oder auslagern?

KI Drive Chatbot

Bei der Erläuterung seiner Philosophie bezüglich der Frage, ob man Schlüssel-Technologien auslagern oder selber entwicklen sollte, sagte der CEO, dass es manchmal sinnvoller für McDonald’s sei, Technologie bzw. Technologie-Unternehmen zu erwerben. Dies beschleunigt die Entwicklung und bietet die Möglichkeit das Produkt speziell an seine Bedürfnisse anzupassen. Allerdings sei es normal, dass dass die Technologie ab einem bestimmten Entwicklungsstand ein Niveau erreicht, das einen Partner mit besseren Ressourcen und Kenntnissen erfordert, sagte Kempczinski.

„Ich denke, was wir mit Apprente gemacht haben, entspricht genau dieser Philosophie: Wir haben Apprente seit ein paar Jahren, und ich bin sehr zufrieden, wie sich das Team entwickelt hat. In den Restaurants, in denen wir es einsetzen, haben wir einige, sehr ermutigende Ergebnisse erzielt“, so Kempczinski. „Aber es ist noch viel Arbeit nötig, um es in anderen Sprachen verfügbar zu machen, es in 14.000 Restaurants und allen möglichen Menüvarianten zu implementieren. Diese Aufgabe übersteigt unsere Kernkompetenzen. Daher denke ich, dass IBM in diesem Fall ein sehr wertvoller Partner für uns ist.“

Finanzielle Einzelheiten des Verkaufs an IBM wurden noch nicht bekannt gegeben, obwohl Ozan sagte, dass es keine großen finanziellen Auswirkungen geben dürfte.

„Ich glaube, dass weniger als 100 Personen mit diesem Geschäft zu tun hatten, und diese Leute werden jetzt bei IBM arbeiten“, sagte der CFO. “ … Es ist keine große negativen  oder positiven Auswirkung auf den Jahresabschluss zu erwarten“ sagte der CFO von McDonald’s

LAut bereichten soll die Transaktion soll im Dezember abgeschlossen werden. Nach Abschluss der Transaktion wird das Team von McD Tech Labs Teil der IBM Cloud & Cognitive Software Division werden.

Über McDonald’s

McDonald’s ist der weltweit führende Systemgastronomie mit über 39.000 Standorten in 119 Ländern. Weltweit werden 93% der McDonald’s Restaurants von selbstständigen lokalen Franchisenehmern betrieben. In USA betreibt McDonald’s etwa 5% seiner rund 14.000 US-Restaurants in Eigenregie, so das Unternehmen. Der Rest wird von selbstständigen Franchisenehmern betrieben.

Über IBM

Die International Business Machines Corporation (IBM) ist ein amerikanischer multinationaler Technologiekonzern mit Hauptsitz in Armonk, New York, und Niederlassungen in über 171 Ländern.

Das Unternehmen wurde 1911 von dem Treuhandunternehmer Charles Ranlett Flint in Endicott, New York, als Computing-Tabulating-Recording Company (CTR) gegründet und 1924 in „International Business Machines“ umbenannt. 

IBM produziert und verkauft Computerhardware, Middleware und Software und bietet Hosting- und Beratungsdienste in Bereichen an, die von Großrechnern bis zur Nanotechnologie reichen.

IBM hat seine Geschäftsaktivitäten kontinuierlich verlagert, um sich auf profitablere Märkte zu konzentrieren. Dazu gehören die Ausgliederung des Druckerherstellers Lexmark im Jahr 1991 und der Verkauf der Geschäftsbereiche Personal Computer (ThinkPad/ThinkCentre) und x86-basierte Server an Lenovo (2005 bzw. 2014) sowie die Übernahme von Unternehmen wie PwC Consulting (2002), SPSS (2009), The Weather Company (2016) und Red Hat (2019).

IBM, auch Big Blue genannt, ist eines von 30 Unternehmen im Dow Jones Industrial Average und einer der größten Arbeitgeber der Welt mit über 345.000 Mitarbeitern (Stand 2020). Mindestens 70 % der IBM-Beschäftigten sind außerhalb der Vereinigten Staaten tätig, und das Land mit den meisten IBM-Beschäftigten ist Indien.

Mehr zum Thema KI Drive und Voice-Ordering: https://digital-lunch.de/2021/06/ki-drive/

Peter Schimpl

Peter Schimpl

Vor der Gründung von Digital Lunch war Peter Schimpl mehr als zehn Jahre als CIO für McDonald’s Deutschland und als Geschäftsführer eines Münchner IT-Unternehmens tätig. In diesen Positionen zeichnete er für Konzeption, Umsetzung und RollOut digitaler Lösungen für Handel und Systemgastronomie verantwortlich. Durch die nach wie vor sehr enge Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen der Branche kann er auf einen großen Erfahrungsschatz in der IT bauen.