Bewerber in der Gastronomie im Jahr 2021

Share on facebook
Share on google
Share on twitter
Share on linkedin
Bewerber Gastronomie
Photo von Unsplash

Bewerber in der Gastronomie im Jahr 2021

Leider zeigt sich speziell für die Gastronomie, dass die Schwierigkeiten qualifiziertes Personal zu finden, mittelfristig nicht nachlassen werden.

Was bedeutet dies aber für die Gastronomen? Bewegen wir uns in eine Zukunft, zu einer Branche mit weniger, aber besser bezahlten Arbeitskräften? Werden wir mehr bestehende Prozesse digitalisieren oder automatisieren können, oder gar müssen? Können wir qualifizierte und erfahrene Arbeitskräfte, welche in der Pandemie abgewandert sind, zurück in die Gastronomie holen?

Umsatzverlust durch Unterbesetzung

Die aktuelle Datenlage zeigt, dass die in Deutschland beobachteten Probleme kein regionales Phänomen sind, sondern Gastronomen und Systemgastronomen über Ländergrenzen hinweg betrifft.

In einer kürzlich durchgeführten Umfrage der amerikanischen National Restaurant Association gaben 81% der Betreiber von Restaurants an, dass sie unterbesetzt sind. Bei den Schnellrestaurants waren es 75%.

Dies hat wiederum dazu geführt, dass fast 70% der Restaurants in den letzten drei Monaten ihre Öffnungszeiten reduziert und 46% ihre Speisekarten gekürzt haben. 45% Prozent haben an Tagen, an denen sie normalerweise geöffnet haben, geschlossen und ein ähnlicher großer Anteil (44%) musste die Sitzplatz-Kapazität teilweise deutlich reduzieren.

Während die Beschränkungen gelockert wurden und weiter werden, befinden sich die Restaurants im Spannungsfeld zwischen hoher Nachfrage, steigender Kosten und verringerten Servicekapazitäten.

Bewerber zwischen eMail, App und WhatsApp

Die Online-Bewerbung ist in 2021 keine Kür mehr, sondern mittlerweile Pflicht. Sie hat die Papier-Bewerbung bereits fast komplett verdrängt und wird auch im Jahr 2021 von der deutlichen Mehrheit bevorzugt. Unter Online-Bewerbung werden sowohl E-Mail-Bewerbungen als auch das Ausfüllen eines Bewerbungsformulars – beispielsweise auf der Homepage des Gastronomen – zusammengefasst.

Die Vorteile liegen auf der Hand: Kostenloser und sofortiger Versand der Bewerbung, sowie keine Kosten für Bewerbungsmappen. Der Gastronom profitiert von einer  deutlich schnelleren Reaktionsmöglichkeit und der Möglichkeit digitale Tools und Prozesse wie z.B. automatisierte Antworten zu nutzen.

Eine noch innovativere Möglichkeit der digitalen Personalfindung ist das sogenannte „mobile Recruiting“. Darunter versteht man die Personalgewinnung über das Smartphone. Die Bedeutung wird klar, wenn man sich verdeutlicht, dass in der relevanten Zielgruppe, der bis 29-Jährigen mehr als 95% täglich ein Smartphone nutzen.

Es gibt unterschiedliche Ausprägungen des „mobile Recruiting“: Für das Smartphone optimierten Webseiten mit Direkt-Bewerbung, Apps wie XING oder LinkedIn bis hin zu sozialen Medien und Messenger Diensten wie WhatsApp oder Facebook.

Geht es noch einfacher? One-Click und kein Anschreiben!

Um die Hürden für Bewerber weiter zu senken, verzichten mittlerweile viele Gastronomen auf das Anschreiben zur Bewerbung. Damit positioniert sich die Gastronomie nicht nur als modernen und attraktiver Arbeitgeber, sondern sichert sich eine möglichst hohe Anzahl von Kandidaten, was durchaus ein Wettbewerbsvorteil sein kann.

Die One-Click-Bewerbung

Fünf Minuten um sich zu bewerben. Bei einer One-Click-Bewerbung gibt ein Bewerber nur seine Kontaktdaten ein. Er verweist im Weiteren nur auf sein Profil in einem oder mehreren Business- oder sozialen Netzwerken. Es genügt der Fingerzeig eines Bewerbers, dass Interesse besteht um Kontakt aufzunehmen.

Virtuelle Vorstellungsgespräche mit Bewerbern

Bewerber Gastronomie

Obwohl noch nicht weit verbreitet, bieten virtuelle Vorstellungsgespräche großes Potential und viele Vorteile. So können virtuelle Vorstellungsgespräche die gesamte Zeit zur Einstellung um mehr als 20% verkürzen und die Einstellungskosten auf beiden Seiten des Tisches reduzieren. Hauptgründe sind, dass:

  • Virtuelle Vorstellungsgespräche schneller vereinbart und abgehalten werden können,
  • Der Planungs-Aufwand auf Bewerber und Gastronom reduziert wird,
  • Hürden, welche den Bewerber verunsichern oder abschrecken vermieden werden,
  • Die Technologie von Online-Meetings von Bewerbern gelernt und beliebt ist und
  • Das Infektionsrisiko auf beiden Seiten dramatisch reduziert wird

Allerdings sollte bei der Planung bedacht werden, dass der Prozentsatz von „nicht erscheinenden“ Bewerben bei virtuellen Vorstellungsgesprächen mit fast 10% höher liegt als bei persönlichen Gesprächen

Auf was sollten Sie bei virtuellen Vorstellungsgesprächen achten:

  • Virtuelle Vorstellungsgespräche über Tools oder Anbieter geführt werden, welche vom Bewerber keine Einrichtung eines Kontos erfordern
  • Bei der Auswahl des/der Tools sollte man auch darauf achten, dass diese auch über den Browser und ohne Installation einer App durchgeführt werden kann

Schnelle Reaktions- und Bearbeitungszeit

Die Reaktionszeit auf die Kontaktaufnahme ist für Bewerber ein enorm wichtiger Faktor geworden.

Aktuelle Daten zeigen, dass 52 Prozent der Stellensuchenden mit hoher Wahrscheinlichkeit mit dem Vorstellungsgespräch fortfahren, wenn sie innerhalb von 24 Stunden nach Ihrer Bewerbung eine Antwort vom potenziellen Arbeitgeber erhalten. Optimal wäre eine erste Rückmeldung innerhalb von 3 Stunden nach der eingegangenen Bewerbung. Hier unterstützen digitale Tools, Bewerbungs-Plattformen, oder die Implementierung digitalisierter Prozesse.

Sollte bei der Kontaktaufnahme keine Rückmeldung des Bewerbers erfolgen, lohnt es sich durchaus nachzufassen. Es hat sich herausgestellt, dass 45 Prozent der Kandidaten auf die erste Kontaktaufnahme, 25 Prozent auf die zweite und 20 Prozent auf die dritte Kontaktaufnahme reagieren.

Das Herausstellen von Vorteilen schon bei der ersten Antwort oder der Stellen-Anzeige wie z. B. „virtuelle Vorstellungsgespräche“ oder „Einstellung innerhalb von 24 Stunden“ sind ein guter Weg das Interesse zu wecken.

Antworten mit Messenger, SMS oder E-Mail?

Bewerber Messenger

Es ist wichtig, die Bewerber dort abzuholen, wo diese sich am wohlsten fühlen, nämlich auf ihren Smartphones und den Social-Media und Messenger Diensten. Die Kommunikation auf diesen Kanälen wirkt persönlicher, ist schneller und führt zu einem beschleunigten Einstellungsprozess.

Die erfolgreichsten Gastronomen sind diejenigen, die am schnellsten mit den Bewerbern in Kontakt treten können. Die Generation Z, die die Gastronomie oft als Einstieg in die Berufswelt wahrnimmt, nutzt E-Mails nicht mehr so häufig und sollte daher auf den richtigen Kanälen angesprochen werden.

Optimierte Stellenbeschreibungen wirken sich ebenfalls positiv auf die Reaktionsfreudigkeit aus. Formulieren Sie Stellenanzeigen nicht als Anforderungsliste und stellen Sie Vergünstigungen und Vorteilen an den Anfang der Stellenbeschreibung. Stellen Sie Ihre digitale Kompetenz heraus indem Sie auf Bewerbung über WhatsApp, virtuelle Interviews, Dienstpläne am Smartphone, etc. hinweisen. Damit heben Sie sich von der Masse ab und werden deutlich attraktiver für mögliche Bewerber.

Was will der Bewerber?

Eine Umfrage unter Bewerbern hat ergeben, dass fast 80 Prozent der Befragten sich die Flexibilität wünschen, Arbeitstage und Arbeitszeiten selbst zu bestimmen.

Eine weitere Priorität für die Bewerber war die Arbeit in einem Unternehmen, das sich für Vielfalt und Integration einsetzt und sich für die Anerkennung der Unterschiede zwischen den Mitarbeitern aktiv einsetzt.

Diese Bedürfnisse sollten sowohl in der Stellenausschreibung wie auch im Vorstellungsgespräch berücksichtigt und aktiv zum Ausdruck gebracht werden.

So kann der Einsatz einer modernen Dienstplan-Lösung ein Vorteil gegenüber Mitbewerbern bringen. Diese Systeme bieten neben einer mobilen App, mit der persönliche Dienstplan angezeigt werden kann, auch die Möglichkeit, dass Mitarbeiter Wünsche bezüglich Ihrer Arbeitszeit äußern können und/oder Abwesenheiten eintragen. Ein gutes Beispiel einer solchen Lösung ist: MeinDienstPlan.de

 

Lesen Sie auch unseren Artikel: Die 5 Anzeichen, dass Sie eine Dienstplan Software brauchen

Lesen Sie auch den Artikel in der Süddeutschen Zeitung zum Thema: Personalnot in der Gastronomie 

Peter Schimpl

Peter Schimpl

Vor der Gründung von Digital Lunch war Peter Schimpl mehr als zehn Jahre als CIO für McDonald’s Deutschland und als Geschäftsführer eines Münchner IT-Unternehmens tätig. In diesen Positionen zeichnete er für Konzeption, Umsetzung und RollOut digitaler Lösungen für Handel und Systemgastronomie verantwortlich. Durch die nach wie vor sehr enge Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen der Branche kann er auf einen großen Erfahrungsschatz in der IT bauen.