Die 4 Mythen der Restaurant-Technologie

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4 Mythen der Restaurant-Technologie
Photo von Unsplash

4 Mythen um Technologie in Restaurants

Das Jahr 2020 war für das Gastgewerbe das schlimmste Jahr in der Geschichte der Gastronomie. Die Auswirkungen der Pandemie waren in vielen Bereichen der Gastronomie zu spüren. Die Technologie war keine Ausnahme. Während Technologien wie Online-Bestellung, Lieferung, Abholung und Drive enorme Zuwächse verzeichneten, traten andere Technologie-Investitionen wie Kassensysteme oder Selbstbedienungs-Systeme in den Hintergrund. Dies war richtig, da die Restaurants sich auf das Liefer- und Mitnahme-Geschäft außerhalb des Gastraums fokussieren mussten.

Die Gäste kehren wegen der Lockerungen zwar zurück, aber der Umsatz ist (noch) nicht auf Vorkrisen-Niveau. Gleichzeitig sind die Kosten durch z.B. verschärfte Hygienemaßnahmen, Lebensmittel und Rohstoff-Preise oder Personalknappheit höher als vor der Pandemie.

Trotz oder gerade wegen dieser Einschränkungen sind viele Gastronomen bestrebt, die eingesetzten Technologien den geänderten Rahmenbedingungen anzupassen und für neue Service-Modelle zu optimieren. Allerdings sind die verfügbaren Budgets durch Umsatzausfälle und erhöhte Kosten knapp bemessen.

Notwendige Investitionen aufzuschieben und zu hoffen, dass alles wieder wie früher wird, könnte sich als fataler Fehler herausstellen. Manche Betreiber verlassen sich zu sehr auf die 4 Mythen welche durch manch alteingesessenen Kassenhändler leider immer noch verbreitet werden, dass neue Technologien zu teuer, nicht skalierbar, kaum integrierbar  und schwer zu bedienen sind.

Moderne Plattformen beweisen täglich das Gegenteil und zeigen, dass sich eine Investition in Technologie durchaus lohnen kann – selbst wenn die Gewinne rückläufig sind.

Die 4 Mythen im Detail

Mythos 1: Technologie ist ein reiner Kostenfaktor

Die erste der 4 Mythen beschäftigt sich mit dem Kosten-Nutzen Faktor digitaler Lösungen. In der Vergangenheit war manche Technologie-Investition notwendig, welche aber leider keinen direkten Bezug zum Restaurant-Ergebnis hatte. Dies hat dazu geführt, dass Betreiber gezögert haben diese Investitionen vorzunehmen, da der ROI (Return of Investment) nicht klar genug dargestellt und daher nicht offensichtlich war.

Die neue Generation digitaler Gastronomie-Lösungen kann die positiven Auswirkungen auf das Restaurant Ergebnis und die P&L durch Analyse der erhobenen Daten für den Betreiber dokumentieren. Ebenfalls erlauben flexible und nutzungsbezogene Preismodelle einen direkten Bezug der Kosten zum erzielten Nutzen.

So bietet z.B. ein innovatives, Cloud basiertes Kassensystem maximale Flexibilität und vielfältige Integrationen zu anderen Systemen. Auch wenn eine Investition in ein neues Kassensystem auf den ersten Blick schmerzhaft erscheint, kann die integrierte Online-Bestellfunktion, die Integration von Lieferdiensten oder die Möglichkeit spezieller ToGo-Funktionalitäten, neben anderen Vorzügen, die notwendigen Ausgaben schnell amortisieren.

Mythos 2: Neue Technologien sind komplex und schwer zu erlernen

In der Gastronomie ist es unabdingbar bei der Einführung neuer Prozesse und Systeme alle Nutzergruppen gleichermaßen zu adressieren. Diesen Spagat addressiert die zweite der 4 Mythen. Die ausgewählte Technologie muss von jedem – vom IT-Spezialisten bis zur neuen Thekenkraft – innerhalb kürzester Zeit erlen- und einsetzbar sein. Daher ist auch hier verständlich, dass sich Betreiber Sorgen machen wie benutzerfreundlich sich ihre neuen Technologie-Investitionen der Praxis erweisen werden.

Gastronomen müssen bei der Einführung neuer digitaler Lösungen vermeiden, dass diese ihre Vorteile nicht entfalten können, oder schlimmer noch bestehende Prozesse negativ beeinflussen, weil die Mitarbeiter die neuen Systeme nicht oder nur eingeschränkt bedienen können.

Glücklicherweise hat sich auch hier einiges zum Positiven entwickelt. Modernere Systeme bieten meist intuitive und auf bekannte Standards wie z.B. Smartphones oder Browser, beruhende Benutzeroberflächen. Unterstützt werden die Systeme durch eine gute Dokumentation und meist auch von Video Schulungen, welche jederzeit abrufbar sind.

Zusätzlich zu der guten Umsetzung sind die Anbieter sehr offen, wenn es um die Bereitstellung von Testumgebungen, Demos in Form von Webinaren oder durch sogenannte „Walkthroughs“, bei denen der Prozess des Restaurants im Rahmen einer Demo durchgespielt wird.

Ein Tipp: Umso mehr Mitarbeiter in den Entscheidungsprozess einbezogen werden, umso größer ist die Chance, dass diese die neue Lösung auch annehmen und deren Einsatz aktiv unterstützen.

Mythos 3: Die angebotenen Lösungen sind untereinander nicht kompatibel

Der dritte der 4 Mythen mag für manch Lösungen durchaus richtig sein, da ältere Systeme oft als geschlossen Systeme entwickelt wurden und Integrationen in andere Systeme nicht immer gewünscht oder vorgesehen waren. 

Mittlerweile ist es aber guter Standard, dass moderne Lösungen über offene und gut dokumentierte Schnittstellen sogenannte APIs verfügen. Diese Schnittstellen können von anderen Systemen genutzt werden, um diese zu verbinden.

Zusätzlich stehen die Anbieter der Anbindung von Systemen anderer Unternehmen viel offener gegenüber als früher. Die Entwickler haben bereits viele Fremd-Systeme im Auslieferungszustand fertig angebunden, so dass kein zusätzlicher Programmieraufwand entsteht.

Ein Tipp: Es macht Sinn vor der finalen Entscheidung zu definieren welche Systeme vorhanden, welche Lösungen ggf. noch notwendig sind und zu prüfen ob diese bereits integriert sind. Offene und gut dokumentierte Schnittstellen (APIs) sollten Standard sein und zur Anbindung noch nicht enthaltener Schnittstellen dienen.

Mythos 4: Restaurant-Systeme lassen sich schwer skalieren

Der letzte der 4 Mythen beschäftigt sich mit der Herausforderung die ausgewählten Lösungen in das angestrebte Wachstum (mehr Umsatz in bestehenden oder mehr Umsatz durch neue Restaurants) einzubeziehen. Es ist sicherlich wahr, dass einige Anbieter besser für Einzel-Restaurants geeignet sind, während andere im Bereich mehrerer Einheiten oder Ketten ihre Stärken haben.

Wenn es um die technische Skalierbarkeit geht, sind diese Sorgen meist unbegründet. Cloud-basierte Systeme, SaaS (Software as a Service) und PaaS (Plattform as a Service) sind flächendeckend verfügbar und unterstützen beide Arten des angestrebten Wachstums optimal.

Neue Versionen oder Updates sind keine großen, teure und langfristige IT-Projekte mehr sondern sind fester Bestandteil der Plattform-Architektur. So wird sichergestellt, dass alle Niederlassungen automatisch über die aktuelle Version der Software verfügt.

Cloud und Browser basierende Systeme machen lokale Installationen, Datensicherungen und BackUps ebenfalls überflüssig, was es schneller und einfacher macht Systeme zu implementieren.

Der Versuch, in zukünftige Verbesserungen der Restauranttechnologie zu investieren, ist schwierig, wenn sich Ihre Gewinne noch erholen. Aber halten Sie sich nicht selbst auf, bevor Sie loslegen, indem Sie an veraltete Mythen glauben, die Sie davon abhalten können, sich anzusehen, was verfügbar ist.

Fazit

In den letzten Jahren hat sich technisch sehr viel zum Guten verändert und es gibt heute wenig technische Hindernisse welche eine anstehende und sinnvolle Investitionen in digitale Lösungen verhindern sollten.

Lesen Sie auch unseren Artikel: Die digitale Grundausstattung

Ein Beispiel eines integrierten Bestellsystems: Menu.App

Peter Schimpl

Peter Schimpl

Vor der Gründung von Digital Lunch war Peter Schimpl mehr als zehn Jahre als CIO für McDonald’s Deutschland und als Geschäftsführer eines Münchner IT-Unternehmens tätig. In diesen Positionen zeichnete er für Konzeption, Umsetzung und RollOut digitaler Lösungen für Handel und Systemgastronomie verantwortlich. Durch die nach wie vor sehr enge Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen der Branche kann er auf einen großen Erfahrungsschatz in der IT bauen.