Lightspeed mit den Übernahmen 8 und 9

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Lightspeed NuORDER Ecwid
Foto Lightspeed

Lightspeed POS kauft weiter ein

Lightspeed POS Inc. gab  bekannt, dass es zwei, in Kalifornien ansässige E-Commerce-Firmen für insgesamt 925 Millionen US-Dollar übernimmt. Ziel ist es, sich im direkten Wettbewerb mit Online-Einzelhandelsplattformen stärker zu positionieren.

Das in Montreal ansässige Unternehmen, das Cloud-basierte Software wie z.B. Kassensysteme für Handel und Gastronomie anbietet, kauft das in San Diego ansässige Unternehmen Ecwid für 500 Millionen US-Dollar und das in Los Angeles ansässige Unternehmen NuORDER für 425 Millionen US-Dollar. Dies sind die aktuell größten Deals in der Geschichte von Lightspeed und schon die Übernahmen acht und neun seit dem Börsengang vor zwei Jahren.

„Wir wollen, dass unsere Plattform für jeden, der ein Unternehmen gründet oder betreibt, unverzichtbar wird“, sagte Gründer und Chief Executive Dax Dasilva während einer Telefonkonferenz.

Lightspeed stärkt E-Commerce mit ecwid

Ecwid, der E-Commerce-Konkurrent von Shopify hat 130.000 Kunden und erwirtschaftete in dem am 31. März abgelaufenen Geschäftsjahr einen Umsatz von 20 Millionen US-Dollar. Dies entspricht einem Wachstum von 50 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

Lightspeed sagte, dass die Akquisition dem Unternehmen hilft, seine Omnichannel“-Strategie voranzutreiben. Ecwid ermöglicht es Unternehmen, digitale Shops aufzubauen und Kunden über digitale Plattformen zu erreichen.

Der Deal umfasst 175 Millionen US-Dollar in bar und 325 Millionen US-Dollar in Aktien.

Integration des Großhandels mit NuORDER

NuORDER stärkt das Ziel von Lightspeed, den Großhandel für sich zu gewinnen. NuOrder bietet eine Großhandels-Online-Plattform für 3.000 Marken – darunter Canada Goose, Converse und Arc’teryx -, um Ihre Produkte an aktuell mehr als 100.000 Einzelhändler zu vermarkten und abzuwickeln. NuORDER setzt seine Software auch bei großen Kaufhäusern, wie Saks Fifth Avenue, Nordstrom und Bloomingdale’s ein, um das Bestellung und Abwicklung mit globalen Marken wie Steve Madden zu automatisieren, zu digitalisieren und zu koordinieren.

Lightspeed plant außerdem, den Händlern Finanzierungen für den Kauf von Ware anzubieten, um diesen Service letztendlich auch auf Lieferanten bzw. Hersteller ausweiten zu können.

NuOrder verbuchte im Geschäftsjahr, das am 31. März endete, einen Umsatz von 20 Millionen US-Dollar. Lightspeed zahlt 212,5 Millionen US-Dollar in bar und 212,5 Millionen US-Dollar in Aktien.

Globales Wachstum durch weltweite Zukäufe

Das rasante Wachstum von Lightspeed seit seinem Börsendebüt im Jahr 2019 wurde vor allem durch Akquisitionen vorangetrieben. Seit November 2020 hat das Unternehmen bereits drei globale Mitbewerber integriert und konnte damit seine geografische Reichweite erweitern.

Mit den aktuellen Übernahmen hat sich Lighspeed auf die Segmente E-Commerce und Großhandel fokussiert, um langfristig mit E-Commerce-Giganten wie Amazon und Shopify zu konkurrieren.

„Unsere Motivationen hinter den Akquisitionen, die wir heute ankündigen, sind ganz unterschiedlich“, sagte Dasilva. „NuOrder und Ecwid werden dazu beitragen, unsere Plattform weiterzuentwickeln, unsere Technologie zu stärken und uns dabei helfen, unser Ziel zu erreichen, die dominierende E-Commerce-Plattform zu werden.“

Ende letzten Jahres erwarb Lightspeed das Cloud-basierte Kassensystem ShopKeep  für 440 Millionen US-Dollar und addierte damit mehr als 20.000 Einzelhandels- und Restaurant-Standorte zu seinen Kunden. Weitere 7.000 Standorte kamen durch die Übernahme, des in USA ansässigen Anbieter von Restaurant Management Software, Upserve Inc. für 430 Millionen US-Dollar dazu.

Mit dem Kauf der neuseeländischen Vend Ltd. für 350 Millionen US-Dollar, einer Cloud-basierten Einzelhandels-Management-Plattform, konnte das Unternehmen seine Kundenbasis im asiatisch-pazifischen Raum nahezu verdoppeln.

Lightspeed Gastrofix

Lightspeed übernimmt deutschen Anbieter Gastrofix

Die Übernahme von Gastrofix – einem der führenden deutschen Anbieter von Cloud-basierten POS-, bzw. Kassensystem-Lösungen für die Gastronomie – durch Lightspeed bringt zwei leistungsstarke, sich ergänzende Teams zusammen, um Händler und Gastronomen bei der Umstellung auf die Cloud zu unterstützen.

Mit der Übernahme der über 8.000 Kundenstandorte von Gastrofix, darunter das mit einem Michelin-Stern ausgezeichnete Seven Seas (Hamburg), der Leaders Club-Gewinner Bar Shuka (Frankfurt) und die luxuriösen Steigenberger Hotels and Resorts, festigt Lightspeed seine Präsenz in Europa.

Diese Akquisition zahlt auf Wachstumsdynamik ein, nachdem das Unternehmen 2019 eine Reihe von Akquisitionen abgeschlossen hat, darunter: Chronogolf, eine Lösung für Golfplatzbetreiber, iKentoo, ein in der Schweiz ansässiger Anbieter von POS-Lösungen, der Händler in über 14 Ländern in Europa und Afrika bedient, und Kounta, ein führender australischer Kassenhersteller im Bereich der Gastronomie.

Mit den zusätzlichen Büros in Berlin und Hamburg umfasst die Präsenz von Lightspeed nun neun europäische Niederlassungen, darunter in Amsterdam, Gent, London, Genf, Lausanne, Zürich und Paris.

Lesen Sie unsere Drive Blog: Auswahl eines Kassensystems

Peter Schimpl

Peter Schimpl

Vor der Gründung von Digital Lunch war Peter Schimpl mehr als zehn Jahre als CIO für McDonald’s Deutschland und als Geschäftsführer eines Münchner IT-Unternehmens tätig. In diesen Positionen zeichnete er für Konzeption, Umsetzung und RollOut digitaler Lösungen für Handel und Systemgastronomie verantwortlich. Durch die nach wie vor sehr enge Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen der Branche kann er auf einen großen Erfahrungsschatz in der IT bauen.