Kontaktloses Bezahlen wird zum Standard

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Kontaktloses Bezahlen mit Smartphone
Photo Unsplash

9 von 10 Deutschen nutzen kontaktloses Bezahlen

In einer Umfrage, die Bitkom Research im Auftrag des Digitalverbandes Bitkom von Februar bis Mai 2021 durchgeführt hat wurden 1.004 Personen in Deutschland ab 16 Jahren telefonisch befragt. Die Umfrage ist repräsentativ. Die Fragestellungen lauteten: „Welche der folgenden Aktivitäten bzw. Handlungen haben Sie in den letzten 3 Monaten unternommen?“ und „Bitte geben Sie an, inwieweit Sie diesen Aussagen zustimmen oder nicht zustimmen?“

Der Boom beim kontaktlosen Bezahlen seit Beginn der Corona-Pandemie setzt sich fort. In den drei Monaten von Februar bis April haben 9 von 10 (85 Prozent) der Bundesbürgerinnen und Bundesbürger mindestens einmal kontaktlos mit Karte, Smartphone oder Smartwatch im Geschäft bezahlt.

Zum Ende vergangenen Jahres lag der Anteil noch bei 79 Prozent. Fast ein Viertel (23 Prozent) zahlt dabei täglich oder mehrmals täglich kontaktlos (von September bis November 2020: 18 Prozent). Noch etwas mehr nutzen kontaktlose Bezahlung mehrmals die Woche (26 Prozent, 2020: 28 Prozent) oder zumindest einmal die Woche (27 Prozent, 2020: 20 Prozent).

„Kontaktloses Bezahlen ist seit Beginn der Corona-Pandemie zum absoluten Standard geworden – und wird das auch bleiben. Es ist bequem, schnell und mit Smartwatch oder Smartphone dank biometrischer Schutzmaßnahmen wie Fingerabdruckscanner besonders sicher“, sagt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder.

4 von 10 (38 Prozent) Kundinnen und Kunden haben in den vergangenen drei Monaten an der Kasse zu Smartphone oder Smartwatch gegriffen. 7 Prozent bezahlen auf diese Weise sogar täglich oder mehrmals täglich, weitere 5 Prozent mehrmals wöchentlich, 7 Prozent zumindest einmal die Woche. Rund ein Fünftel (19 Prozent) nutzt Smartphone oder Smartwatch an der Kasse seltener.

Kontaktlosese Bezahlen Bitkom Grafik

Mehrheit fordert: kontaktloses Bezahlen muss überall möglich sein

Rund ein Drittel (32 Prozent) gibt dabei an, in der Corona-Pandemie erstmals das kontaktlose Bezahlen ausprobiert zu haben, 10 Prozent haben in der Zeit zum ersten Mal mit Smartphone oder Smartwatch bezahlt. Ein Grund dafür: Mehr als die Hälfte (55 Prozent) empfindet das kontaktlose Bezahlen hygienischer. Zwei Drittel (69 Prozent) nutzen aus diesem Grund in der Pandemie seltener Bargeld als früher. Und 59 Prozent sind sicher, auch nach der Corona-Pandemie häufiger auf Bargeld zu verzichten.

6 von 10 Befragten (60 Prozent) geben an, dass es sie stört, wenn sie nicht bargeldlos mit Karte, Smartphone oder Smartwatch bezahlen können.

Eine Mehrheit von 57 Prozent fordert daher, dass alle Geschäfte gesetzlich verpflichtet werden sollten, neben Bargeldzahlungen auch mindestens eine elektronische Bezahlmöglichkeit anzubieten.

Rohleder: „Es ist überfällig, dass Kundinnen und Kunden überall echte Wahlfreiheit beim Bezahlen bekommen. Digitales und kontaktloses Bezahlen sollte flächendeckend genauso akzeptiert werden wie Cash.“

Die Veränderungen der Finanzwelt durch die Digitalisierung stehen auch im Mittelpunkt der Digital Finance Conference des Bitkom am 9. und 10. Juni 2021.

Mehr als 1.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer werden sich über Themen wie dezentrale Finanz- und Blockchain-Lösungen, digitale Souveränität und Plattformen und Nachhaltigkeit in der Finanzlandschaft austauschen. Als Speaker treten u.a. auf Burkhard Balz, Vorstandsmitglied der Bundesbank, Dr Nazim Cetin, CEO von Allianz X, Dr. Jörg Kukies, Staatssekretär des Bundesfinanzministeriums, Antony Cahill, Managing Director Europe Regions von Visa, und Mirjam Staub-Bisang, Country Head, BlackRock Switzerland.

Alle Informationen und die Möglichkeit, sich kostenfrei anzumelden, online unter: finance-conference.berlin

Studie der DHBW bestätigt die Umfrage von bitkom

Ludwig Hierl, Professor für Accounting, Controlling und Finance an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) Heilbronn, fragte im Februar dieses Jahres 708 Männer und Frauen aller Altersklassen online danach, wie sie üblicherweise ihre Einkäufe bezahlen.

Die Gründe für den Vormarsch der kontaktlosen Bezahlung sind der Studie zufolge unterschiedlich. Der Hygieneaspekt spielt in Corona-Zeiten zwar durchaus eine Rolle – allerdings ist er nur für 33 Prozent der Befragten ein wichtiger Grund zur bargeldlosen Zahlung. Die Hauptrolle spielen für die meisten Nutzer das einfache Handling sowie die Zeitersparnis.

Wichtig ist für den Wissenschaftler, die Barrieren zu senken – insbesondere mit Blick auf die ältere Bevölkerung, die sich damit am schwersten tut.

„Die erste kontaktlose Zahlung ist die größte Hürde“, sagt Hierl. Wenn man den Smart-Pay-Anteil weiter steigern wolle, müsse man Hemmnisse zu deren Nutzung abbauen. Dies kann dem DHBW-Professor zufolge auf zwei Arten geschehen. „Ältere Bürger müssen über die Zahlungsart besser informiert werden, zum Beispiel durch Schulungen an Sonderterminals. Oder man schafft finanzielle Anreize durch Sonderrabatte oder Kundenkarten“, empfiehlt Hierl.

Mehr Informationen unter DHBW und bitkom.org

Peter Schimpl

Peter Schimpl

Vor der Gründung von Digital Lunch war Peter Schimpl mehr als zehn Jahre als CIO für McDonald’s Deutschland und als Geschäftsführer eines Münchner IT-Unternehmens tätig. In diesen Positionen zeichnete er für Konzeption, Umsetzung und RollOut digitaler Lösungen für Handel und Systemgastronomie verantwortlich. Durch die nach wie vor sehr enge Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen der Branche kann er auf einen großen Erfahrungsschatz in der IT bauen.