KI Drive – McDonald’s setzt auf Spracherkennung

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KI Drive McDonald's Plakat
Foto McDonald's Deutschland

KI Drive mit Spracherkennung bei McDonald’s

In 10 McDonald’s-Filialen im Raum Chicago nehmen nicht mehr die Mitarbeiter die Drive-Bestellungen für BigMac, Chicken McNuggets oder Pommes Frites auf – das macht ab heute ein auf künstliche Intelligenz basierendes Computersystem, sagte CEO Chris Kempczinski am Mittwoch.

Wie funktioniert KI basierte Spracherkennung?

Marvin Minsky hat die wissenschaftliche Disziplin „künstliche Intelligenz“ (KI) bzw. englisch „Artificial Intelligence“ (AI) schon im Jahr 1956 erschaffen. Statt der Idee den Menschen zu ersetzen, versteht man heute unter künstlicher Intelligenz vielmehr die Erweiterung der menschlichen Intelligenz um Menschen zu unterstützen und zu entlasten. 

Was man allgemein als Spracherkennung bezeichnet ist in der KI die Verarbeitung natürlicher Sprache (NLP, Natural Language Processing). Hier unterscheidet man ganz grob zwischen der Spracherkennung und dem Sprachverständnis.

Dienste zur Spracherkennung umfassen z.B. Chatbots, welche man heute schon in vielen Anrufsystemen finden kann oder digitale Assistenten, die sich mit Sprache steuern lassen.

Im Sprachverständnis muss die KI die Absicht des Sprechers erkennen. Also das Gesagte in einen Kontext einordnen. Das ist notwendig, wenn eine Konversation über mehrere Stufen hinweg geführt werden soll.

Funktioniert der KI Drive in der Praxis?

Kempczinski bestätigte, dass Restaurants, die die KI Drive Technologie verwenden, eine Bestellgenauigkeit von circa 85% aufweisen. Nur etwa ein Fünftel der Bestellungen müsse von einem Menschen korrigiert bzw. übernommen werden, sagte der McDonald’s CEO auf der Konferenz Strategic Decisions von Alliance Bernstein.

In den letzten zehn Jahren hat, speziell die Systemgastronomie, mehr und mehr auf Technologie gesetzt, um die Bedürfnisse der Kunden zu adressieren, Prozesse zu optimieren oder Kosten zu reduzieren. Von der Einführung von Selbstbedienungs-Systemen und der McDonald’s App über Digital Menu Board Lösungen, hin zu Tisch-Service und Delivery.

Unter dem ehemaligen CEO Steve Easterbrook ging McDonald’s schon im Jahr 2019 auf Einkaufstour und investierte massiv in Technologie-Anbieter und -StartUps. Eine dieser Akquisitionen war Apprente, ein Unternehmen aus Kalifornien, welches sich auf die Entwicklung von KI-Technologie zur Spracherkennung und Sprachverständnis fokussiert hat.

KI Drive Chatbot

Auf Nachfrage stellte Kempczinski klar, dass die KI Drive Technologie wahrscheinlich noch ein bis zwei Jahre brauchen wird, um flächendeckend bei McDonald’s implementiert werden zu können.

„Jetzt gibt es einen großen Sprung von 10 KI Drive Restaurants in Chicago zu 14.000 Restaurants in den USA, mehr als 38.000 Restaurants weltweit, mit einer unendlichen Anzahl von unterschiedlichen Aktionsprodukten, Menü-Variationen, Sprachen, Dialekten, – und so weiter und so fort“, sagte Kempczinski.

Eine weitere Herausforderung besteht darin, die Mitarbeiter zu schulen, dem KI Drive Technologie zu vertrauen und das System nicht zu unterbrechen um den Gast zu übernehmen und zu helfen. Dies ist ein wichtiger Aspekt um dem KI Drive System die Möglichkeit zu geben zu „lernen“ und besser zu werden. 

McDonald’s hat sich auch mit der Automatisierung von Teilen der Küche befasst, wie z. B. den Friteusen und Grills, sagte Kempczinski, fügte jedoch hinzu, dass diese Technologie wahrscheinlich nicht innerhalb der nächsten fünf Jahre eingeführt wird, auch wenn es technisch jetzt schon jetzt schon möglich wäre.

„Die möglichen Einsparungen wären nicht in der Lage die Höhe der Investitionen in das erforderliche Küchen-Equipment, auch nur annähernd abzudecken. Dies ist aber dringend notwendig, um eine Investition in dieser Höhe zu einer guten Geschäftsentscheidung für unsere Franchisenehmer zu machen,“ sagte Kempczinski.

Da sich die Restauranttechnologie in einer rasanten Geschwindigkeit entwickelt, so Kempczinski, wird McDonald’s nicht immer in der Lage sein, Innovationen selbst voranzutreiben oder mit ihnen Schritt zu halten. Die derzeitige Strategie des Unternehmens besteht darin die Möglichkeiten zu beobachten und dann zu integrieren wenn dies wirtschaftlich sinnvoll darstellbar ist.

„Wenn wir Akquisitionen tätigen, dann nur für einen definierten Zeitraum, um es für McDonald’s zu adaptieren, Starthilfe zu geben und die Entwicklung zu beschleunigen, um die Lösung anschließen an einen Partner auszugliedern, welcher es für uns umsetzt und skaliert“, sagte er.

Lesen Sie unsere Drive Blog: Der QSR DRive im Überblick

Peter Schimpl

Peter Schimpl

Vor der Gründung von Digital Lunch war Peter Schimpl mehr als zehn Jahre als CIO für McDonald’s Deutschland und als Geschäftsführer eines Münchner IT-Unternehmens tätig. In diesen Positionen zeichnete er für Konzeption, Umsetzung und RollOut digitaler Lösungen für Handel und Systemgastronomie verantwortlich. Durch die nach wie vor sehr enge Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen der Branche kann er auf einen großen Erfahrungsschatz in der IT bauen.