Mehrweg wird Pflicht für Gastronomie

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Mehrweg Müllberg Starbucks
Photo by Jasmin Sessler on Unsplash

Mehrweg für Take-away ab 2023 Pflicht

Restaurants, Bistros und Cafés, die To-Go-Getränke und Take-Away-Essen anbieten, müssen ab 2023 ihre Produkte auch in Mehrwegverpackungen anbieten. Diese Pflicht gilt auch dann, wenn das Essen über Lieferdienste nach Hause gebracht wird. So sieht es eine Novelle des Verpackungsgesetzes vor, die vom Deutschen Bundestag beschlossen wurde.

Die Mehrwegverpackung darf für den Gast allerdings nicht teurer sein als die Einwegverpackung und muss, z.B. für ToGo Getränke in allen Angebotsgrößen verfügbar sein.

Das gilt dann übrigens EU-weit. Eine Ausnahme soll es nur für kleine Betriebe mit maximal fünf Beschäftigten und maximal 80 Quadratmetern Verkaufsfläche geben. Diese sollen ihrer Kundschaft Speisen und Getränke auch in mitgebrachte Behälter abfüllen können. Auf diese Möglichkeit sollen sie ihre Kundschaft deutlich hinweisen.

Bundesumweltministerin Svenja Schulze: „Essen zum Mitnehmen wird auch nach der Pandemie für viele zum Alltag gehören. Noch werden die allermeisten Gerichte und Getränke in Einwegverpackungen gekauft. Auch bei geliefertem Essen ist Einweg noch immer die Regel. Das führt zu immer mehr Verpackungsmüll – sowohl zu Hause als auch in den Straßen und Parks. Mein Ziel ist daher: Ich will Mehrweg zum neuen Standard machen. Kundinnen und Kunden sollen ihr Take-away-Essen oder To-go-Getränk ganz einfach in umweltschonenden Mehrwegbechern oder -behältern erhalten können. Durch die neue Pflicht zum Mehrwegangebot entstehen schon jetzt viele praktische Lösungen, auch in Kooperation mit Lieferdiensten. Mit mehr Mehrwegverpackungen werden wir die Verpackungsflut vor allem im To-Go-Bereich wirksam eindämmen.“

In Deutschland entstehen täglich 770 Tonnen Verpackungsmüll durch TakeAway und Delivery-Einwegverpackungen. Daher gehen Umweltschützern die Neuregelungen nicht weit genug. In der Kritik stehen vor allem die Ausnahmen von der Mehrwegpflicht. Dem Gesetzentwurf für mehr Mehrweg steht der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband allerdings skeptisch gegenüber, da er eine finanzielle Mehrbelastung fürchtet.

Aus Sicht der deutschen Stadtreiniger dagegen setzt das Gesetz wichtige Impulse für einen nachhaltigeren Umgang mit Verpackungsabfällen. Gerade die kommunalen Stadtreinigungsbetriebe seien die Leidtragenden des To-go-Booms, hieß es beim Verband kommunaler Unternehmen (VKU). Die Entfernung der Abfälle aus dem öffentlichen Raum koste rund 700 Millionen Euro pro Jahr.

Das Bundesumweltministerium fördert die Kampagne „Essen im Mehrweg„, die von LIFE e.V.; BUND Bremen und dem ECOLOG Institut ins Leben gerufen wurde.

Weiter Maßnahmen neben der Mehrwegpflicht

Neben der Mehrwegpflicht will die Bundesregierung mit weiteren Maßnahmen zunehmende Abfälle vermeiden und Rohstoffe schonen.

Mehrweg Grafik der Bundesregierung

Schon dem 3. Juli 2021 werden Herstellung und Handel mit Wegwerfprodukten aus Plastik, wie Einwegbesteck und-Tellern, Wattestäbchen, Strohhalmen und Rührstäbchen EU-weit verboten. Das gilt ebenso für To-Go-Becher und Einweg-Lebensmittelbehälter aus Styropor.

Ab dem 1. Januar 2022 sollen Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff (bis zu drei Litern) grundsätzlich pfandpflichtig sein. Getränkedosen werden ebenfalls ausnahmslos pfandpflichtig. Bereits im Verkehr befindliche Getränkeverpackungen dürfen noch bis längstens 1. Juli 2022 pfandfrei verkauft werden.

Ab 2024 wird die Pfandpflicht auch auf Plastikflaschen mit Milchgetränken ausgeweitet. Das Pfandsystem für Einweg-Getränkeflaschen sorgt dafür, dass diese verwertet werden können. 

Ab 2025 müssen PET-Einweg-Getränkeflaschen mindestens 25 Prozent Recycling-Plastik, so genanntes Rezyklat, enthalten. Ab 2030 wird diese Quote auf mindestens 30 Prozent für sämtliche Getränkeflaschen aus Einweg-Kunststoff erhöht.

Schulze: „Die Ausweitung der Pfandpflicht macht das Pfand für alle Verbraucherinnen und Ver-braucher besser verständlich. Denn zukünftig heißt es einfach: Auf alle Einweggetränkeflaschen aus Kunststoff und Getränkedosen sind 25 Cent Pfand zu zahlen, unabhängig vom Inhalt. So sorgen wir auch für weniger Umweltverschmutzung. Denn Flaschen oder Dosen mit Pfand lan-den viel seltener in der Natur als solche ohne Pfand. Die Pfandpflicht unterstützt auch ein hochwertiges Recycling: Flaschen aus Kunststoff werden sortenrein gesammelt und können so leichter zu neuen Flaschen verarbeitet werden. So schaffen wir funktionierende Kreisläufe.“

Peter Schimpl

Peter Schimpl

Vor der Gründung von Digital Lunch war Peter Schimpl mehr als zehn Jahre als CIO für McDonald’s Deutschland und als Geschäftsführer eines Münchner IT-Unternehmens tätig. In diesen Positionen zeichnete er für Konzeption, Umsetzung und RollOut digitaler Lösungen für Handel und Systemgastronomie verantwortlich. Durch die nach wie vor sehr enge Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen der Branche kann er auf einen großen Erfahrungsschatz in der IT bauen.