Der QSR Drive – Überblick

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Drive Restaurant
Unsplash photo

Nach der erfolgreichen Einführung von QSR Drive-Lösungen im Bereich der Systemgastronomie, nimmt die technologische Weiterentwicklung -auch getrieben durch die aktuelle Situation- rasant Fahrt auf.

Ziel der Betreiber ist es, die in Europa üblichen 30% – 40% Drive-Anteil auf die in USA durchschnittlichen 60% – 80% zu heben. Dies hat viele, meist betriebswirtschaftliche Gründe, wie z.B. geringere Kosten oder der niedrigere Steuersatz bei Speisen im Außer-Haus Verkauf.

Technische Innovation wie mobile Bestellsysteme, kabellose Kommunikationssysteme, sogenannte Anzeige der Bestellung auf Monitoren, sowie digitale Werbe- und Kamerasysteme haben geholfen diesen Servicekanal weiter erfolgreich zu modernisieren.

In diesem Artikel gehen wir auf die technologische Basis eines QSR Drive etwas näher ein.

Der Bestellpunkt (COD/OCB)

Der Bestellpunkt wird im QSR Drive üblicherweise durch eine Bestellsäule, dem sogenannten COD (Customer Order Display) oder „Speaker-Post“ realisiert.

Der Speaker-Post ist dabei standardmäßig  mit folgenden Komponenten ausgestattet:

  1. Die Bestellsäule üblicherweise als Metallkorpus (Stahl, Aluminium) ausgeführt
  2. Einem Bildschirm im Format 4:3
  3. Einer Kommunikationsanlage (Mikrofon und Lautsprecher)
  4. Sensor(en) zu Fahrzeugerkennung
  5. Einer Kamera (optional aber empfehlenswert)
  6. Einem PC/Rechner
  7. Der Kommunikations-Software zur Steuerung der Kommunikation wie z.B. automatische Begrüßung
  8. Der QSR Drive-Software zum Anzeigen der Bestellung und zur internen Steuerung der Prozesse

Der operationale Prozess

Um den Prozess zu optimieren, sollten die Zeiten im Detail gemessen werden. Dies bedeutet, dass an allen Punkten bei denen eine Messung stattfinden soll, z.B. Einfahrt, Bestellung, Bezahlung, Ausfahrt entsprechende Sensoren angebracht werden müssen. Alternativ gibt es auch die Möglichkeit die Messung über digitale Kamerasysteme durchzuführen.

Die von den Sensoren gelieferten Daten werden von der QSR Drive-Software und der Kommunikations-Software ausgelesen und die Informationen als „Dashboard“ auswertbar für das Restaurtant dargestellt.

Die Prozesse eines QSR Drives ähneln sich über alle operationalen Systeme:

  1. Der erste Kontaktpunkt mit dem Gast, ist der optionale Teaser-Bildschirm. Dieser Bildschirm an der Einfahrt des Drive soll den Gast auf aktuelle Angebote, Optionen, etc. aufmerksam machen. Durch die Positionierung an der Einfahrt der Drive-Spur und kann dieser einfahrende wie auch wartende Gäste ansprechen.
  2. Kurz  hinter dem Bestellpunkt befinden sich die sogenannten Menu-Boards. Die Menu-Boards zeigen das Sortiment und erlauben dem Gast seine Auswahl zu treffen. .
  3. Die Bestellung des Gastes und der Austausch mit dem Restaurant findet am sogenannten Speaker-Post statt, welcher ca. 2m vor dem Menu-Board platziert ist
  4. Das 1. Fenster im Drive in Spitzenzeiten geöffnet. Um den Durchsatz zu erhöhen, wird das 1. Fenster als Bezahlfenster genutzt. Dies trennt Bestellung, Bezahlung und Ausgabe und optimiert die einzelnen Prozess-Schritte.
  5. Das 2. Fenster im Drive dient der Warenausgabe. In Tageszeiten mit weniger Betrieb werden Bezahlung und Ausgabe zusammengefasst und das 1. Fenster bleibt geschlossen.

Das Setup des QSR Drives

Es gibt unterschiedlichste Möglichkeiten einen Drive zu betreiben. Die Entscheidung, welches Layout bevorzugt wird hängt von folgenden Faktoren ab:

  • Geschätzter maximaler Durchsatz zu Spitzenzeiten.
  • Mögliche Größe des Restaurants bzw. des Drive-Bereiches.
  • die Investitionsbereitschaft des Betreibers in Technik Je komplexer das gewählte Drive-Setup, je höher sind die Anforderungen an Bau, Operations, IT

QSR Drive Layouts

Single-Lane

Der klassische QSR Drive ist der Single-Lane Drive. In der Single-Lane Variante haben wir eine Einfahrtsspur und einen Bestellpunkt. Diese Einfahrtsspur führt direkt in zu den Bezahl- und Ausgabefenstern.

Dieses Setup erzwingt eine sequentielle Abarbeitung der Kunden und kann daher mit einer einfacheren technischen Ausstattung betrieben werden.

single lane setup

Tandem

Der sogenannte Tandem-Drive unterscheidet sich vom Single-Lane QSR Drive durch die Erweiterung der auf zwei Bestellpunkte hintereinander auf der gleichen Spur. Vorteil dieser Lösung ist es, dass trotz erhöhtem Fahrzeug-Durchsatz aufwändige Bauarbeiten vermieden werden können.

Durch die Begrenzung auf weiterhin eine Einfahrtsspur erlaubt dieses System eine ebenfalls sequentielle Abarbeitung der Bestellungen. Wie auch beim Single-Lane QSR Drive führt die Fahrtspur direkt in zu den Bezahl- und Ausgabefenstern in der Servicespur.

Im Vergleich zum Single-Lane QSR Drive werden beim Tandem-Drive erhöhte Anforderungen an die Umsetzung gestellt.

So sollte z.B. ein intelligentes Lichtsystem den Gast anzeigen welche der Speaker-Posts die nächste Bestellung annehmen kann. Zusätzlich muss das Kommunikations-System in der Lage sein über zwei getrennte Kanäle zu kommunizieren. Beim Kassensystem wird die Funktionalität über zwei getrennte Kassen realisiert, bei der jede Kasse dediziert einem Bestellpunkt zugeordnet ist. 

Tandem Drive setUp

Dual-Lane

Der sogenannte Dual-Lane QSR Drive besteht aus zwei getrennten Einfahrtsspuren mit Bestellpunkten, welche in einer, der sogenannten Servicespur, terminieren.

Dieses Setup ist für den Gast einfacher zu verstehen als ein Tandem QSR Drive. Allerdings ist der bauliche, IT und operationale Aufwand um ein Vielfaches höher als bei der Single-Lane oder Tandem Variante, da zwei komplette QSR Drive-Konfigurationen realisiert werden müssen.

Obwohl technisch sehr nahe am Tandem Drive, besteht hier die größte Herausforderung in der technischen Realisierung. Hauptgrund für die Komplexität ist, dass die Sequenz der Gäste nicht mehr zwingend eingehalten wird. Meint, dass das Restaurant nicht mehr mit Sicherheit sagen kann, welches Auto zuerst in der Servicespur erscheinen wird.

In der Praxis wird dieses Problem dadurch gelöst, dass sich Kameras in den Bestellsäulen befinden, welche Fotos des bestellenden Fahrzeuges machen und diese zusätzlich zur Bestellung auf Bildschirmsystemen anzeigen. Diese Systeme erlauben es den Mitarbeitern dem Kunden die richtige Bestellung zum richtigen Kunden zuzuordnen.

Ansonsten ist die technische Ausstattung identisch mit der des Tandem Setups.

dual lane setup
Peter Schimpl

Peter Schimpl

Vor der Gründung von Digital Lunch war Peter Schimpl mehr als zehn Jahre als CIO für McDonald’s Deutschland und als Geschäftsführer eines Münchner IT-Unternehmens tätig. In diesen Positionen zeichnete er für Konzeption, Umsetzung und RollOut digitaler Lösungen für Handel und Systemgastronomie verantwortlich. Durch die nach wie vor sehr enge Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen der Branche kann er auf einen großen Erfahrungsschatz in der IT bauen.