Digitales Menü Board – Kosten/Nutzen

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digtales menü board chart
Unsplash photo

Überblick

Waren ein digitales Menü Board noch vor wenigen Jahren gestalterisch „nur“ der Ersatz für Papier oder für hinterleuchtete Folien, vollzieht sich derzeit ein Wandel im Umfeld der systematisierten Gastronomie.

Digitale Menü Boards werden zum Marketinginstrument und die technischen Möglichkeiten, die aktuelle Digital-Signage- / Digital-Menu-Board-Systemen bieten, mehr und mehr ausgereizt.

Von dynamischen Inhalten, bei denen Verfügbarkeiten, Preise und Produktinformationen aus externen Quellen wie z. B. Kassensystemen oder Warenwirtschaftssystemen gezogen werden, über Situations- und zeitbezogene Inhalte, bis hin zu produktbezogenen Day-Parts (was will ich wann verkaufen): Digitale Anzeigen werden zum produktiven Helfer von Marketing und Operations.

Ein schwieriger Punkt bei der Beurteilung von digitalen Menü-Boards liegt allerdings im Bereich von ROI und Kostenstruktur. Was zeigt die Erfahrung von mehr als 5.000 installierten Systemen?

Was kostet ein digitales Menü Board“

Meine Erfahrung zeigt, dass bei der Auswahl von digitalen Anzeigesystemen oder Menü Boards der Fokus meist auf der Hardware liegt, da diese einen großen Teil der Investition darstellt. Allerdings stellt dies nur einen Teil der Kosten dar. Grundsätzlich gibt es drei Arten von Kosten:

  1. Investitionskosten
  2. Service- oder Projektkosten bis zu Inbetriebnahme
  3. Servicekosten nach der Inbetriebnahme

Investitionskosten

Zu den Investitionskosten zählt die Hard- und ggf. auch Software (wenn nicht SaaS oder Software as a Service), üblicherweise bestehend aus:

  • Bildschirmen
  • Media-Playern oder System-On-Chip 
  • Ggf. einer Serverkomponente
  • Wand- und/oder Deckenhaltern
  • Kabeln und Befestigungsmaterial
  • Router und anderen Netzwerkkomponenten wie z. B. Switches
  • Betriebssystemlizenzen
  • Lizenzen für Media-Player und Server
  • Lizenzen für zentrale Verwaltungstools

Servicekosten bis zur Inbetriebnahme

Zu den Servicekosten bis zu Inbetriebnahme zähle ich alle Aufwände bis zur Implementierung der Lösung in einem Store bzw. Restaurant, bestehend aus:

  • Projekt- bzw. Consulting-Kosten des Software-Herstellers zur Einführung, Begleitung und Einrichtung der Software
  • Entwicklungskosten für den „Content“ wie z.B. Bilder, Videos, Animationen, etc. Diese werden üblicherweise vom Marketing beauftragt oder hergestellt
  • Schulungskosten für IT von Marketing- und Restaurant-Mitarbeitern
  • Vorbereitende Installationen im Restaurant wie z. B. zusätzliche benötigte Steckdosen oder Netzwerkanschlüsse
  • Planung der Installation inklusive ggf. notwendigen baulichen Maßnahmen und statischen Berechnungen
  • Planung und Implementierung von ggf. zusätzlich notwendigen Internetanschlüssen
  • Ausführung notwendige Maler- und Trockenbau-Arbeiten
  • Installation und Inbetriebnahme der Lösung im Restaurant
  • Erstbetreuung des Restaurants während der Pilotphase

Servicekosten nach der Inbetriebnahme

Ein oft unterschätzter Punkt sind die Servicekosten nach der Inbetriebnahme, bestehend aus:

  • Softwarewartung mit üblicherweise 10% bis 20% des Lizenzpreises
  • Bei SaaS Modellen die monatlichen/jährlichen Software-Kosten
  • Servicekosten für Hotline und Vor-Ort Support
  • Kosten für die Entwicklung von neuem Inhalten
  • Kosten für Prüfung und Abnahme der Inhalte
  • Servicekosten für das Content-Management und -Verteilung
  • Laufende Kosten ggf. zusätzlich benötigter Internet-Verbindungen

Was bringt ein digitales Menü Board?

Dies hängt neben der technischen Verfügbarkeit des Gesamtsystems in erster Linie von der Qualität der Inhalte.

Reizt die Marketingabteilung die Möglichkeiten der Software und der digitalen Medien optimiert für das zu erreichende Ziel aus, kann Beachtliches erreicht werden. Folgende Punkte können angeführt werden:

  • Verringerung der Druck- und Versandkosten für Marketingmaterial
  • Geringere Kosten bei der Verteilung von Medien
  • Zielgerichtete Kundenansprache durch Nutzung von Tageszeiten (day parts)
  • Beeinflussung der Kundenentscheidung durch optimierte Angebote
  • Erhöhter Gesamtumsatz und erhöhter Durchschnitts-Verkauf
  • Bessere und schnellere Möglichkeiten, neue Aktionen zu testen und zu bewerten
  • Niedrigere Lohnkosten durch zentrale Bereitstellung von „Content“

Der Erfolg hängt sehr stark von der jeweiligen Implementierung ab.

Die flächendeckende Einführung der Technologie bei den Marktführern der Branche wie z. B. McDonald’s oder Burger King zeigt aber das Potential deutlich.

Peter Schimpl

Peter Schimpl

Vor der Gründung von Digital Lunch war Peter Schimpl mehr als zehn Jahre als CIO für McDonald’s Deutschland und als Geschäftsführer eines Münchner IT-Unternehmens tätig. In diesen Positionen zeichnete er für Konzeption, Umsetzung und RollOut digitaler für Handel und Systemgastronomie verantwortlich. Durch die nach wie vor sehr enge Zusammenarbeit mit führenden Unternehmen der Branche kann er auf einen großen Erfahrungsschatz in der IT bauen.